INFOBRIEF 02 / 2015

Liebe Ehemalige und Freunde der BBS,

ein in mancher Hinsicht bedrückendes, aber auch herausforderndes Jahr geht zu Ende. Unsere Verletzbarkeit ist uns in gleicher Weise bewusst wie unsere Pflicht, den vielen Geschundenen jede mögliche Hilfe zukommen zu lassen. Zu Menschlichkeit gibt es keine Alternative. Die Achtung der Würde des Menschen ist unteilbar.

Die Täter des Brandanschlags im Juni auf die BBS konnten nicht ermittelt werden. Verfahren eingestellt, heißt es lapidar. Die Schäden sind unübersehbar und werden beim Ordnen des Übriggebliebenen immer schmerzlicher. Durch die “Säuberung” der Schule und der Schriftstücke hinterher durch eine Spezialfirma ging vieles zusätzlich verloren. Ein Großteil des “Gedächtnisses” der BBS (die Chronik mit ihren Anlagen; Lehrerakten, Konferenzbücher u.a.) ist verschwunden; allein die Abi-Akten sind weitgehend erhalten geblieben.

Am 11. Oktober ist unsere ehemalige Kollegin Anita Petersen gestorben. Durch die Folgen eines schrecklichen Unfalls war Anita seit ihrem 28. Lebensjahr an den Rollstuhl gefesselt und auch in ihren manuellen Fähigkeiten beeinträchtigt. Sie hat in den 80er Jahren etwa (auch ihre Akte ist nicht auffindbar) ein Jahrzehnt an der BBS Mathematik unterrichtet. Wir, Kollegium und Schülerschaft, haben sie als einen warmherzigen, geduldigen und kompetenten Menschen erlebt. Wegen ihrer Ruhe und unermüdlichen Hilfsbereitschaft war sie in der Schülerschaft sehr beliebt. Vieles an persönlichen Plagen hat sie für das Wohl der ihr Anvertrauten hinten angestellt. Mit bewundernswertem Einsatz, aber auch mit Charme und Liebenswürdigkeit hat sie das schulische Leben an der BBS bereichert. Ihr Lachen und ihre Stimme klingen nach. Mit vielen kreativen Aktivitäten (Märchen, Theater) und Einsatz für Behinderte hat Anita auch nach ihrer schulischen Tätigkeit zahllose Menschen angeregt und glücklich gemacht, bis auch ihre Kraft zu Ende ging.

Für unseren Förderverein war es erneut ein ruhiges Jahr und bestand überwiegend im Begleiten des Alltags der Bertolt-Brecht-Schule. Unsere finanziellen Hilfen kam im Wesentlichen der Förderung von Veranstaltungen zur Erinnerungskultur und der Reihe “Brecht Exra” zugute.

Simon Malkès, Bernhard Schütz

Simon Malkès, Bernhard Schütz

Zur ersten Reihe sprach der Holocaust-Überlebende Simon Malkès in einem bewegenden Vortrag über das Überleben seiner Familie im Ghetto von Wilna und im Arbeitslager. Dank der Dokumentation von Rainer Lind ist der Vortrag auf der Homepage der BBS nach zu erleben.

Bei “Brecht Extra 15″ hielt unser ehemaliger Schüler Lutz Garmsen (Abitur 1983) mit Recht angekündigt als Filmemacher, Installationskünstler und Gerätebauer (z.B. zum Abspielen alter Filmrollen) einen Vortrag “Über das Spiel mit dem Film”.

Kläuschens Abfahrt von Lutz Garmsen

Mit zahlreichen Illustrationen und Filmbeispielen referierte Lutz über seine Ausbildung und seinen künstlerischen und beruflichen Werdegang, der ihn zu Lehraufträgen bis zu einer Professur in Südkorea führte. Auch zu dieser Veranstaltung gibt es Genaueres auf der Homepage www.brechtschule.de zu sehen.

Und wenn ich schon bei erfolgreichen Ehemaligen bin, unser Abiturient (Abi 2009) Marco Koch hat im August 2015 seine ohnehin erfolgreiche Schwimmkarriere mit dem bei dieser Weltmeisterschaft einzigen WM-Titel für Deutschland (vorläufig) gekrönt. Er ist Weltmeister über 200m Brust geworden und ganz aktuell wurde er am Anfang dieses Monats in Israel auch Europameister über 100m- und 200m-Brust auf der Kurzbahn, wozu wir ihm herzlich gratulieren und Glück wünschen für sein nächstes Ziel, die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Ein eindrucksvolles Interview mit Marco findet sich, na wo wohl?

Eindrucksvolles im Hinblick auf einen Zeitplan zum Abriss des Altbaus und zu Plänen für den dann erfolgenden Neubau gibt es im Moment nichts zu berichten. Genauso wenig erfreulich ist die Feststellung, dass wegen fehlender vollständiger Installationen noch immer nicht die im neuen Naturwissenschaftlichen Trakt untergebrachte Verwaltung mit den übrigen Gebäuden z.B. mit dem Lehrerzimmer telefonieren kann und dass ein Probealarm bisher ausbleiben musste.

ZZZ-rainer-petri-klein

Rainer Petri, ehemaliger Schulleiter

Wir werden uns wiedersehen können spätestens zur Jahreshauptversammlung am Freitag, den 26.02.2016, um 19 Uhr mit anschließendem Ehemaligentreffen. Eine Einladung dazu liegt diesem Brief bei.

Nach wie vor denke ich, wäre es an der Zeit, statt mir einen neuen Vorsitzenden zu wählen, und hoffe auf Kandidaten.

Ich wünsche allen Mitgliedern eine friedvolle Weihnachtszeit und für das neue Jahr 2016 stabile Gesundheit, reichlich Freude und die Erfüllung vieler guter Wünsche für sich und für die verwundete Welt.

Rainer Petri (1. Vorsitzender)

>>>> Hier der Infobrief 02 // 2015 als PDF zum runterladen!

mitgliedsversammlungfoerderverein

Der Förderverein der Schule ist der “Verein der Ehemaligen der Bertolt-Brecht-Schule e.V. Darmstadt. Ziel des Vereins ist es, allen Ehemaligen und aktuellen „Brechtlern“ eine Plattform zu bieten, die es ermöglicht, die Identifikation und die Verbindung mit ihrer Schule zu gewährleisten bzw. zu erhalten.

Zweck des Vereins ist auch die Förderung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Bertolt-Brecht-Schule. Der Satzungszweck wird verwirklicht durch Geld- und Sachspenden sowie die unmittelbare Bereitstellung von Lehr- und Lernmitteln über die Verpflichtung des Schulträgers hinaus.

Um dies zu erreichen, erhoffen wir uns natürlich möglichst viele Mitglieder im Förderverein. Dabei waren wir bisher als „junge“ Schule zugegebener Maßen noch nicht sehr erfolgreich. Nach 30 Jahren jährlich ca. 170 Abiturienten und einem auch nicht gerade kleinem Kollegium sind ca. 200 Mitglieder doch ein reichlich kleines Häufchen standhafter „Brechtler“. Du kannst das sofort mit einem Mitgliedsantrag verbessern!!!


Der Förderverein vergibt auch jedes Jahr an Schülerinnen und Schüler, die sich um das Schulklima besonders verdient gemacht haben, die BBS-Schulringe.

Idee und Entwurf des BBS-Schulrings sind vom ehemaligen Brechtschüler Martin Wentz (Abitur-Jahrgang 1977). Als Goldschmied hat er auch die Anfertigung übernommen und stellt diese zu Selbstkosten dem Verein der Ehemaligen zur Verfügung.

Der Ring ist auch von Abiturienten käuflich zu erwerben. Auf Wunsch wird der jeweilige Abitur-Jahrgang zusätzlich eingraviert. Die Ringgröße kann bei S. Lutz-Koch in der Schule gemessen werden.

So nun zum zweifelsfrei größten Erfolg des Fördervereins: Das Ehemaligentreffen. Es findet jedes Jahr immer am letzten Freitag im Februar im Neuen Foyer ab 20:00 Uhr statt.

Ich bin nun seit 1982 an der BBS und habe bisher kein Ehemaligentreffen erlebt, das nicht zu einem komplett gefüllten Neuen Foyer – allen wohl besser vertraut als Schülercafé – geführt hätte.

Da unsere Schule auch allmählich in die Jahre kommt, nutzen sowohl Ehemalige wie auch pensionierte Kollegen diesen Abend Jahr für Jahr zum angeregten Plausch und neuestem Informationsaustausch. Die aktuelle Schülercafé-Mannschaft sorgt natürlich auch immer dafür, dass die Kehlen bei der intensiven Kommunikation nicht austrocknen.


Und hier jetzt noch einige Texte, die Ihr runterladen könnt um die Mitgliedschaft im Förderverein verwirklichen!

—->>> Beitrittserklärung_zum_Ehemaligenverein

—->>> Bank-Einzugs-Formular

—->>> Die Satzung

BBS e.V. / Der aktuelle Vorstand

Vorsitzender: Rainer Petri
Stellvertreter: Dr. Thomas Lange
Referat “Verwaltung”: Michael Nees
Referat “Zusammenarbeit mit Schulleitung”: David Ederberg
Referat “Öffentlichkeitsarbeit”: Michael Jung
Beisitzer: Renate Heß und Volker Andrae