Brecht Schülerlyrik

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Der Junge Lyrikpreis 2020 zeigt auch in diesem Jahr, wie aus dem Kopf gepurzelte Wörter zu Lyrik werden. Wir freuten uns über jede Einsendung, waren auf jedes Gedicht gespannt und möchten alle Teilnehmer*Innen bestärken, weiterhin mit Wörtern zu experimentieren, Raum für ihre Lyrik zu finden und kreativ, aber bewusst mit Sprache umzugehen.
Es ist sehr schade, dass aufgrund von Corona die öffentliche Preisverleihung in der Stadtbibliothek abgesagt werden musste. Darum möchten wir nun auf diesem Weg die diesjährigen Preisträger*Innen bekannt geben und zu Wort kommen lassen.

 

“Ich wünschte ich könnte meine unkomprimierten Gedanken teilen
Sie würden zum Leben reichen
Ich müsste mich nicht zwischen dem Überleben und meinem Verstand entscheiden
Meinen Willen nicht prostituieren
Und den gesellschaftlichen Zwängen unterliegen”

Hannes Müller (1. Preisträger) hat fünf Gedichte eingereicht, die er extra für den Wettbewerb verfasste. Wieso ihn den während der Corona-Zeit Lyrik begleitete und zum Analogen zurückführte, verrät er in seinem Interview.

Die Preisträger*innen und ihre Gedichte >>>>

“Die Lyrik ist die kühnste der Künste.”
Mit diesen Worten Gerhard Falkners eröffnet die Lyrikerin Ursula Teicher-Maier ihre Laudatio. Lesen Sie selbst, wie sie die Wahl der Preisträger*innen, die sie gemeinsam mit dem Schriftsteller Dr. Fritz Deppert und der Buchhändlerin Heidi Strauß traf, begründet und die zum Zeitpunkt des Wettbewerb 16 und 17jährigen literarisch vorstellt. Besonders freut uns, dass die Preisrede sich am Ende an alle jungen Autor*innen wendet und sie bestärkt, ihre „eigene lyrische Stimme“ zu finden.

Die Laudatio von Ursula Teicher-Maier hier als PDF >>>

Allen anderen Teilnehmenden möchten wir für ihre Beiträge danken. Uns ist bewusst, wie persönlich vor allem lyrische Texte sein können und wie viel Mut es braucht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen; sprich: sich an einem Wettbewerb zu beteiligen. Auch unabhängig von einer Auszeichnung wünschen wir allen Teilnehmer*innen weiterhin Freude am Experimentieren mit Sprache und gratulieren ihnen, dass sie Lyrik für sich entdecken konnten.

2017 gab die Gesellschaft Hessischer Literaturfreunde die Anthologie Blühende Tinte heraus. Dadurch hatten wir das Glück, dass neben den Preisgedichten weitere für die Wettbewerbe 2012 – 2016 eingereichte Gedichte publiziert und damit im Nachhinein nocheinmal honoriert werden konnten.

https://liebig-verlag.de/produkt/bluehende-tinte/

Im Darmstädter Echo steht über “Blühende Tinte: Sammelband mit Darmstädter Schülern” >>>>



Den Podcast hier zum runterladen >>>>>

Kirsti Ohr zum Lyrikpreis, Juni 2020


Hinter dem Jungen Lyrikpreis steht die Idee, im und außerhalb des schulischen Alltags Jugendliche anzuregen, mit Wörtern zu experimentieren und mit Sprache kreativ umzugehen. In der Freiwilligkeit und thematischen Offenheit des Wettbewerbs sehen Natalie Miro, Michaela Keil-Heymann und Kirsti Ohr die Möglichkeit, Jugendliche anzusprechen und sie zu motivieren, sprachliche Ausdrucksformen für sich, ihre Gedanken, Emotionen sowie Wahrnehmungen zu finden. Der Lyrikpreis bietet Anlass dazu und die Chance, mit eigenen Texten in einen Dialog zu Lesern zu treten.

Warum aber die Begrenzung auf Lyrik?

Gerade in der hohen Sprachverdichtung und auch Verknappung – in der teils das einzelne Wort einen ganzen Vers tragen muss – zeichnet sich Lyrik aus und fördert den bewussten Umgang mit Sprache. Und dies nicht nur im kreativen literarischen Sprachspiel, sondern auch im alltäglichen Sprachgebrauch. Sprachbewusstsein und Ausdrucksvermögen zu fördern und Jugendliche und junge Erwachsene, die diese Form für sich wählen, zu unterstützen, ist damit eine Intention des Wettbewerbs.


Danksagung
Wir danken der Jury – Dr. Fritz Deppert, Ursula Teicher-Maier und Heidi Strauss – für die Wahl der Preisträger*Innen und besonders Ursula Teicher-Maier für eine ehrliche und lesenswerte Laudatio.
Wir danken ganz herzlich unseren Kollegen, dem Künstler Rainer Lind für sein Engagement im Rahmen der digitalen Preisverleihung und Homepage und dem Künstler Ralf Peters, der erstmals die Gestaltung von Flyer und Plakat übernommen hat. Natürlich möchten wir betonen, dass ohne die großzügige Unterstützung des Rotary Clubs Darmstadt in diesem Jahr und unserem langjährigen Sponsor die Sparkasse der Wettbewerb nicht finanzierbar wäre. Aber auch die Zusammenarbeit mit den unabhängigen Buchhandlungen und der Centralstation ist für uns wesentlich und natürlich die Schirmherrschaft des Bürgermeisters Rafael Reißer. Ihnen allen gilt unser herzliches Dankeschön.


Maren Schäfer (Preisträgerin 2018) hat sich beim Wettbewerb „Schreib dich auf die Bühne!“ (Staatstheater Darmstadt) auf den ersten Platz geschrieben.